September 2017: Das Warten bis zum Einzug in unser vorübergehendes Zuhause

Vorbereitungen und viel Geduld für den Start in das neue Leben

In Hermanus neigte sich unsere vierwöchige Reise dem Ende zu und gleichzeitig war es das Ankommen im neuen Zuhause.  Dies löste bei mir eigenartige Gefühle aus: Unsere Reise war zu Ende und doch wartete kein Flugzeug auf uns, das uns wieder zurück in die Schweiz fliegen würde. Ein noch nie dagewesenes Gefühl: Seltsam, ungewohnt und voller Erwartungen was kommen mag. 
Bei Annikki fingen zu diesem Zeitpunkt auch die ersten "Homesick-Phasen" an. Mehr und mehr wurde auch den Kindern bewusst, dass nun ein völlig neues Leben beginnt:
Alles ist anders und nichts ist mehr wie es war. Gewohnte Menschen und Orte waren verschwunden. Neue Menschen und Umgebung warteten auf uns, ein langer Prozess begann.

IMG_1045JPGAnnikki- wenige Tage vor ihrem ersten Schultag in einer völlig neuen Umgebung und fremder Sprache.

Als Eltern fühlt man sich verantwortlich für das Wohlergehen der Kinder und macht sich seine Gedanken. Es schien mir in dieser Phase immer zentral zu sein,  die Kinder in ihren Gefühlen ernst zu  nehmen zuzuhören und Trost und Zuversicht zu spenden und selbst stark zu bleiben. 

Abschied vom bisher gewohnten Leben zu nehmen, geht nicht von heute auf Morgen einfach so von sich.  Jeder Mensch geht unterschiedlich mit einer solchen Situation um.  Dies war  auch in unserer Familie der Fall. Für unsere Familie gab es einen passenden Spruch, der uns alle vier stark machte: Das Wichtigste ist, dass wir Vier zusammen halten und zusammen bleiben. So können wir alles meistern. 
Hilfreich für die Kinder war auch immer zu wissen, was unsere nächsten Schritte sein werden in unserer Planung (Einzug, Schulbeginn) und sie möglichst so zu integrieren, damit sie ihre Gedanken und Ideen dazu äussern konnten.

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Den Blick in die Ferne schweifen lassen und positiv in die Zukunft blicken- view oberhalb Hermanus. 

Das Haus, das wir vorerst in Stanford mieteten, war noch nicht einzugsbereit. Wir mussten deshalb nach einer mehr oder weniger günstigen Notlösung zur Haupt (Wal)-Saison suchen. In einer Weinfarm ausserhalb Hermanus fanden wir schliesslich eine Unterkunft. Nicht gerade günstig und ob wir wollten oder nicht, Breakfast war inbegriffen! So komfortabel und schön wie die Weinfarm auch war, wir wollten so rasch als möglich unsere eigenen vier Wände beziehen. Wir wollten auf jeden Fall einziehen, bevor die Schule beginnt und dies wurde zeitlich immer knapper. 


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Annikki und Miika auf der Weinfarm- in anspruchsvollen Zeiten wird zusammen gehalten...

Tagsüber verbrachten wir die Tage mit diversen Vorbereitungen für den Einzug.  Die ganz alltäglichen Dinge, die es braucht um ein neues Leben zu starten, wurden step by step erledigt: Bankkonto eröffnen, Mobile-Nummer lösen, Versicherungen und Krankenkassen abschliessen und so weiter.  Es wurde mir so bewusst, wieviele Tätigkeiten es benötigt, um das "normale Leben" überhaupt wieder in Gang zu bringen um auch daran teilnehmen zu können. 

Dazu zählte auch die Fahrt nach Kapstadt, um den Container mit all unseren Habseligkeiten im Hafen zu verzollen.  Alles klappte zu unserem Erstaunen in einem angemessenen Zeitrahmen für afrikanische Verhältnisse. Somit war nach einem investierten Tag in Kapstadt unser Container freigegeben für seine letzte Reiseetappe vom Kapstadter Hafen nach Stanford. 

Kurz vor dem Einzug stiess das SRF-Team wieder zu uns. Sozusagen unser erster Besuch aus der Schweiz, es war ein sehr herzlicher  und freundschaftliches Wiedersehen. Die Mitbringsel aus der Schweiz waren dann auch so richtig toll und ein voller Genuss. Und schon befanden wir uns auch schon inmitten der Gespräche mit dem Team was unsere nächsten Tätigkeiten sind und bei welchen Situationen das SRF gerne dokumentieren möchte.  


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Herzliches Wiedersehen mit unserem SRF-Team bei unserem Cottage auf der Weinfarm. 


Nach einigen bangen Tagen und "ausharren" in der Weinfarm, erhielten wir endlich die Zusage für den Einzug in das Mietshaus in Stanford. Gerade noch rechtzeitig, so dass die Kinder von unserem neuen Zuhause aus, ihren ersten Schultag antreten konnten. Ich war erleichtert!
Unser Leben in unserer neuen Wahlheimat konnte starten.

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Angekommen in der Wahlheimat und abtauchen in das neue Leben...